What Is Hantavirus — Hantavirus
Hantaviren sind eine Gruppe von RNA-Viren der Familie Hantaviridae, benannt nach dem Hantaan-Fluss in Südkorea, wo der Prototyp-Stamm (Hantaan-Virus) im Jahr 1976 erstmals isoliert wurde. Diese Viren werden von spezifischen Nagetier-Reservoirs übertragen und können beim Menschen schwere – mitunter tödliche – Erkrankungen verursachen, wenn sie durch Inhalation aerosolisierter Nagetierausscheidungen übertragen werden.
Mit einer Hantavirus-Infektion sind zwei wesentliche klinische Syndrome verbunden: das Hantavirus-Pulmonalsyndrom (HPS), das hauptsächlich in Amerika auftritt, und das hämorrhagische Fieber mit renalem Syndrom (HFRS), das in Europa und Asien vorkommt. HPS weist eine Letalitätsrate von 20–50 % auf und gehört damit zu den tödlichsten viralen Atemwegserkrankungen. Die Letalitätsrate des HFRS liegt je nach Virusstamm zwischen 1 und 15 %.
Hantaviren gelten sowohl als endemisch als auch als emergent. HFRS ist in Eurasien seit Jahrzehnten bekannt, allein in China werden jährlich zehntausende Fälle gemeldet. HPS wurde erstmals 1993 während eines Ausbruchs in der Four-Corners-Region der Vereinigten Staaten identifiziert, und neue Hantavirus-Stämme werden weiterhin in Nagetierpopulationen weltweit entdeckt.
Geografisch kommen Hantaviren auf allen Kontinenten außer der Antarktis vor – wobei der MV-Hondius-Cluster vom Mai 2026 in der Drakestraße Fragen zur maritimen Übertragung in antarktisnahen Gewässern aufgeworfen hat. Zu den wichtigsten endemischen Regionen zählen China, Korea, Skandinavien, der Balkan, Brasilien, Chile, Argentinien und der Südwesten der Vereinigten Staaten.
Warum Überwachung wichtig ist: Es gibt keine spezifische antivirale Behandlung und keinen zugelassenen Impfstoff in Amerika. Eine frühzeitige Erkennung und unterstützende Versorgung verbessern die Prognose erheblich. Echtzeit-Überwachung – die Verfolgung von Ausbrüchen, Fallzahlen und exponierten Bevölkerungsgruppen – hilft Gesundheitsbehörden, schneller zu reagieren, und rettet Leben.
Erfahren Sie mehr über die Syndrome HPS und HFRS im Vergleich sowie über Übertragungswege.